< Let´s get wild
19.09.2018 18:18 Alter: 34 days

Neurowissenschaften und Lernen

SchiLF mit Dr. Albin Waid


Das menschliche Gehirn wiegt durchschnittlich 1365 Gramm, verbraucht etwa 2 Prozent der Energiemenge und besteht aus 86 Milliarden Neuronen, die wiederum über 100 Billionen Synapsen miteinander verbunden sind. Eine beachtliche Menge!  Doch was haben alle diese Informationen mit dem täglichen Unterricht in der Schule zu tun? Dr. Albin Waid, Leiter der schulinternen Fortbildung am 13.09.2018, spannte für die ProfessorInnen des BORG einen Bogen zwischen den abstrakten Erkenntnissen der Neurowissenschaften und dem schulischen Lernen und zeigte, wie sich die Forschung im täglichen Unterricht nutzbar machen lässt.

An dem spannenden und kurzweiligen Nachmittag erfuhren die TeilnehmerInnen der SchiLF viel Neues über die Art und Weise, wie Menschen lernen, dass Lernen als Veränderung der Erfahrung verstanden werden kann und welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind, dass Lernprozesse überhaupt stattfinden können. Zusätzlich wurden interessante Methoden vorgestellt und aktiv ausprobiert: Durch die Methode der Soziometrie wurden persönliche Einstellungen der ProfessorInnen durch ihre Positionierung im Raum erfasst; bei der Herzzeit galt es, frei assoziierend aus der persönlichen Erfahrung zu erzählen und dem Gegenüber aktiv zuzuhören. Besonders erstaunlich war der Versuch, sich gegenseitig zu erklären, wie die scheinbar triviale Tätigkeit des Schuhe Zubindens funktioniert. Eine echte Herausforderung für die meisten der anwesenden LehrerInnen! Dr. Waid erklärte dies mit dem Konzept des expliziten und impliziten oder prozeduralen Wissens, das sich auf automatisierte Fähig- und Fertigkeiten bezieht.

Dr. Waid betonte die große Bedeutung von Beziehung und einer positiven Lernatmosphäre für das Gelingen von Lernprozessen. Kooperation und soziale Eingebundenheit sind aber nur zwei Faktoren von vielen, die sich auf das schulische Lernen auswirken können: So spielen zusätzlich persönliche Überzeugungen über Intelligenz und Kreativität, motorische Aktivität und auch Pausen eine große Rolle. Beeindruckend war für viele auch der Aspekt der Kontinuität in der Übung: So werden etwa 10.000 Übungsstunde benötigt, um in einem Bereich richtig gut zu werden. Weiters kann die Fähigkeit zur Regulation der eigenen Emotionen, die sich beim Erwachsenwerden weiter etabliert, nicht außer Acht gelassen werden: Lernen erfordert Beharrlichkeit, die sich erst durch Selbstregulation entfalten kann.

Durch seine erfrischende Art, abstrakte Forschungsergebnisse zu präsentieren, durch viele anschauliche Beispiele und unterhaltsame Anekdoten bescherte Dr. Waid den ProfessorInnen des BORG Kindberg einen informativen und spannenden Nachmittag, mit vielen neuen Erkenntnissen und Inspiration für den Unterricht.