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13.04.2018 11:41 Alter: 9 days

Klüger als zuvor

Die 7. Klasse besucht „Faust“ im Theater


Am 23. März 2017 fuhren wir, die 7. Klasse des BORG Kindberg, mit dem Zug nach Graz ins Jugendtheater Next Liberty. Dort hatte Nikolaus Habjan „Faust: Der Tragödie erster Teil“ inszeniert. Alle waren gespannt, da wir das Stück davor gelesen hatten, also schon eine Ahnung von den wichtigsten Stellen hatten und deshalb sehr gespannt waren, wie der Text umgesetzt werden würde. Unser Klassenvorstand, Frau Professor Winkler, die alles für uns organisiert hatte, gab uns auch bekannt, dass Puppen teilweise in diesem Stück integriert wurden.

Gleich am Anfang des Stückes wurden wir von einer lebensgroßen, von Nikolaus Habjan gefertigten, Puppe überrascht, die Gott, den Herrn, darstellte und von Helmut Pucher geführt und gesprochen wurde. Diesen Mann sollte man sich gut merken, da er noch einen Auftritt hatte, mit dem keiner rechnete. Es war auch interessant, dass der Teufel, Mephistopheles, von einer Schauspielerin namens Manuela Linshalm gespielt wurde. Am Anfang ohne Puppe, doch kurz danach wurde auch diese Figur mit einer solchen dargestellt. Der doch recht alte Dr. Faust wurde von Klaus Huhle gespielt.

In dem Stück von Goethe geht es darum, dass Gott, der Herr, und Mephistopheles eine Wette abschließen, dass sich Faust auf die jeweilige Seite begeben wird. Faust ist ein Wissenschaftler und versucht sein Leben lang schon herauszufinden, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Er hat alles versucht und ist bisher gescheitert. So kommt ihm Mephistopheles gerade recht und er schließt mit ihm einen Pakt, der eigentlich vielmehr eine Wette ist: Mephistopheles muss Faust in diesem Leben dienen, und wenn Faust zufrieden ist, wird er der Diener des Teufels auf der anderen Seite. Also versucht Mephistopheles alles, um Faust zufrieden zu stellen. Er bringt ihn zu einer Hexe und verjüngt ihn, daraufhin verliebt sich Faust in Margarete, gespielt von Alice Peterhans. Sie zögerte das zu sagen, was sie sagen sollte, nämlich die berühmte Gretchenfrage, was die Spannung im Publikum sehr erhöhte. Natürlich richtet Faust großes Chaos an und die ganze Geschichte endet bekanntermaßen in einer Katastrophe.

Jetzt noch zwei super Highlights, die uns Schülern am besten gefallen haben: Helmut Pucher, der Mann, den man sich merken sollte, hatte wohl den besten Auftritt. Mitten im Stück stand er auf und beschwerte sich, dass eine Szene fehlt. Mephistopheles verwandelte ihn dann in die Freundin von Magarete namens Marthe und Pucher spielte dann diese Rolle in äußerst überzeugender Weise. Auch der Tod von Magaretes Bruder durch den Teufel war sehr lang und schmerzhaft. Immerhin wollte Mephisto seinen Degen wiederhaben, doch der steckte eben im Fleisch des Bruders fest. Auch die Entschuldigungen, die Mephisto aussprach, während er den Degen rausholte, machten die Szene noch witziger.

Nach diesem wunderbaren Theatererlebnis wurden wir in die Osterferien entlassen und in der darauffolgenden Deutschstunde besprachen wir noch einmal das Gesehene. Natürlich konnten nicht alle sich noch an alles erinnern, doch die witzigsten Stellen blieben im Gedächtnis und so können wir alle diese Aufführung nur weiterempfehlen.

Jessica-Laura Prenner, 7A